Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft 
Landesgruppe Baden-Württemberg 
Nelkenstraße 32, 72116 Mössingen- Belsen 
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                                                                                                                                                                                                                                  Franz- Josef Risse 
                                                                                                                                                                                                                                  Vorsitzender 
 
                                                                                                                                                                                                                       Datum: 18. August 2015 
An die Mitglieder 
ANW Landesgruppe Baden Württemberg 
 
Liebe Mitglieder und Freunde der ANW, 
 
Themen einer betriebswirtschaftlich und ökologisch orientierten Waldwirtschaft haben in den vergangenen Jahrzehnten nicht an Brisanz verloren. Gerade die Herausforderungen der Klimaveränderungen bestärken uns im Streben nach resilienten Waldaufbauformen mit dem in Zeiten der Sommerhitze besonders begehrten Schatten. Über fehlende Störungsflächen zur Begünstigung von Licht liebenden Arten mache ich mir momentan keine so großen Sorgen. 
 
Unsere gemeinsame Tagung mit der ANW Bayern in Maierhöfen im vergangenen Mai mit insgesamt 200 Teilnehmern hat gezeigt, dass wir die richtigen Fragen stellen und uns nicht scheuen, kontroverse Diskussionen zu führen und Lösungswege aufzuzeigen, nicht ohne diese auch immer wieder selbstkritisch zu hinterfragen. So funktioniert ein permanenter Verbesserungsprozess in einer Welt, in der es keine Generalrezepte gibt, sondern immer nur der Situation angepasste Empfehlungen für Strategien, die an entsprechenden Zielen orientiert Erfolge wahrscheinlicher machen. 
 
Glaubwürdig kann das Ganze nur durch permanente Beobachtungsflächen werden bzw. Beispielsbetriebe wie die auf unserer Tagung besuchten Scheidegger Plenterwälder, in denen man das zielorientiert erfolgreiche waldbauliche Wirken der Wirtschaftenden über mehrere Baumgenerationen eindrucksvoll erleben kann. Deshalb benötigen wir dort, wo die Wälder von gegebenen Zielvorstellungen noch mehr oder weniger weit entfernt sind so dringend permanente Betriebsinventuren und Weiserflächen zur Dokumentation und kritischen Analyse der Entwicklung, auch für die Option einer ggf. notwendigen Ausrichtung der Feinsteuerung. 
 
Soweit zur Kür. Leider stellen wir auf den meisten Exkursionen immer wieder fest, dass es an der Pflicht mangelt bzw. die Voraussetzungen für eine umfassend nachhaltig erfolgreiche Waldwirtschaft nicht erfüllt sind: 
 
1. Angepasste Schalenwildbestände 
2. Standortsgeeignete Baumartenmischungen 
3. Gesellschaftliche Anerkennung ökologischer Wertschöpfung 
 
Ohne die Pflicht brauchen wir über die Kür nicht streiten. Deshalb stehen bei uns aktuell 3 Projekte im Vordergrund: Wild-/Jagdmanagement und Biodiversität im Wald, Weißtanne im Klimawandel und integrativer Naturschutz. 
 
Weitere Aktivitäten der Landesgruppe sind dem Protokoll der sehr gut besuchten Mitgliederversammlung in der Anlage zu entnehmen. Aufmerksam machen möchte ich auf den Beschluss zur Beitragsanpassung auf 40 € Regeljahre sbeitrag ab 2016 aufgrund steigender Ausgaben. Weitere Erläuterungen dazu erhalten die Delegierten auf der anstehenden Bundesdelegiertentagung im Oktober durch den Bundesvorstand. 
Mein besonderer Dank an dieser Stelle gebührt Dr. Wolfgang Bechter, der nach langjähriger Mitarbeit im Vorstand der Landesgruppe nicht mehr kandidierte und die Vorstandswahlen zum Anlass genommen hat, seine Aufgaben in jüngere Hände zu legen. Wolfgang Bechter war uns viele Jahre eine große Stütze und Hilfe im Vorstand. Besonders hervorzuheben sind sein fundierter waldbaulicher und standortskundlicher Sachverstand untermauert durch reichhaltige praktischen Erfahrungen und ebenso sein erfrischender von vielfältigen Lebenserfahrungen geprägter Humor, dem wir unzählige erhellende Momente zu verdanken haben. 
 
Herzlichen Dank Wolfgang dafür. 
 
Die letzte Hitzewelle für dieses Jahr wird hoffentlich bald vorüber sein und die akuten Folgen für den Wald nicht allzu gravierend. Ihnen und Ihren Familien wünsche ich noch einen angenehmen Spätsommer und den Jägern in der kommenden Jagdsaison im waldbaulichen Sinne erfolgreiches Waidwerken. 
 
Mit besten und naturgemäßen Grüßen 

Franz- Josef Risse

Vorsitzender

 
 
 
 
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