Was sind Marteloskope?

Das Konzept der Marteloskope wurde ursprünglich in Frankreich von Max Bruciamacchie (AgroPariTech, Nancy) nach Ideen von Marc-Etienne Wilhelm und Brice de Turckheim entwickelt und hauptsächlich in französischen Privatwäldern erprobt (Bruciamacchie 2006). Der Name leitet sich von der französischen Bezeichnung für die Auszeichnung („martelage“) von Bäumen und vom Griechischen „skopein“ (schauen) ab. Der Begriff soll also verdeutlichen, dass eine Auszeichnung genauer „unter die Lupe genommen“ wird.

Marteloskope stellen waldbauliche Übungsflächen - oftmals von 1 ha Größe - dar, auf denen jeder einzelne Baum ab einem Brusthöhendurchmesser von 7,5 cm im Vorfeld inventarisiert und sichtbar mit fortlaufenden Nummern markiert wird. Durch eine detaillierte Aufnahme und Auswertung wird jedem Baum ein ökonomischer und ein Habitatwert zugeteilt. Im Zusammenspiel mit einer Auswertungs- und Simulationssoftware können unmittelbar nach einer virtuellen Auszeichnungsübung die Effekte unterschiedlicher Behandlungsalternativen für den Bestand simuliert werden, beispielsweise die Entwicklung seines Habitatwertes, und waldbauliche Entscheidungen und zukünftige Auswirkungen transparent dargestellt werden. Eine Simulation verschiedener Nutzungsentscheidungen ermöglicht quantitative Vergleiche am gleichen Bestand. Somit können unterschiedliche Ansätze beim Auszeichnen und deren ökonomische und ökologische Effekte gemeinsam und objektiv diskutiert werden.

 

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